Kinderarmut im Landkreis Gifhorn

Fast jedes 14. Kind ist arm

Im Landkreis Gifhorn (ohne Stadt Gifhorn) leben rund 1.350 Kinder (unter 15 Jahren) in Bedarfsgemeinschaften (Hartz IV-Empfänger). Das ist durchschnittlich fast jedes 14. Kind. (Quelle: Landkreis Gifhorn 2016).

Allerdings gibt es starke regionale Unterschiede, die durch ein Nord-Süd-Gefälle geprägt sind. Das bedeutet, dass in einzelnen Samtgemeinden sogar jedes 7. Kind von Armut betroffen ist. Besonders betroffen sind dabei Kinder im Vorschulalter.

Die Dunkelziffer der Kinderarmut im Landkreis Gifhorn ist jedoch deutlich höher, da im Sozialbericht des Landkreises nur die Kinder statistisch erfasst werden, deren Familieneinkommen den Bedarfsgemeinschaften (Hartz IV) zuzuordnen sind. Kinder aus Familien mit geringem Einkommen, also nahe der Hartz IV Grenze, werden dabei nicht erfasst.

Arme Kinder, geringe Chancen.

Von Armut betroffene Kinder sind bereits im Vorschulalter erheblich belastet. Zudem unterscheidet sich Kinderarmut stark von der Armut Erwachsener.

Kinder sind abhängig von ihrem Lebensumfeld und den Eltern und sie können keinen Einfluss auf ihre materielle Situation und soziale Umgebung nehmen.

Die Folgen sind, dass

  • arme Kinder sich ungesünder ernähren.
  • arme Kinder geringere Chancen auf eine gute Schulbildung haben.
  • arme Kinder selten oder gar keinen Zugang zu Aktivitäten haben, die mit Kosten verbunden sind – etwa sportliche Betätigungen oder altersgemäße Unterhaltung.

Dazu kommt, dass ein benachteiligtes Kind seine eigene Ausgrenzung, die seiner Eltern und Geschwister spürt und sich dafür schämt.

Neben dem äußeren Erscheinungsbild (Kleidung, gesundheitliche Unterversorgung o.ä.) führt auch die Lebenshaltung der Kinder dazu, dass sie

  • weniger Kontakt zu anderen Kindern haben.
  • weniger wissbegierig sind.
  • einen geringeren Wortschatz bzw. mangelnde Sprachkultur besitzen.
  • weniger Lust haben, zur Schule zu gehen.